Warum hochempathische Menschen narzisstische Partner anziehen

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  • Du bist besonders einfühlsam/hochempathisch?
  • Du bist selbst in heftigsten Auseinandersetzungen noch bereit, Dich in den anderen einzufühlen und versöhnlich zu sprechen?
  • Du suchst bei Konflikten den Fehler immer bei Dir – bis hin zum Selbstmissbrauch?
  • Du gibst Dir selbst immer die Schuld für Schwierigkeiten oder Scheitern in einer Beziehung?
  • Aufgrund Deiner Schuldgefühle kannst Du Dich schlecht abgrenzen?
  • Du bist es gewohnt, die Last anderer zu tragen?
  • Du ziehst Partner an, die nur um sich selbst kreisen und emotional unerreichbar sind?
  • Du ziehst Partner an, die kein Mitgefühl haben und sich nicht in Dich hineinversetzen können?
  • Du lebst vollkommen in der Welt Deines Partners bis hin zur Selbstaufgabe?
  • Du fühlst Dich verantwortlich für die Befindlichkeiten Deines Partners?

 

Dann ist dieser Artikel für Dich.

Denn dies ist die typische Beziehungsdynamik zwischen Hochempathen und Narzissten. Hochempathen möchten die Welt heilen, sie ertragen es nicht, jemanden zu sehen, der leidet. Sie sind die geborenen Tröster und Heiler. Daher fühlen sie sich häufig zu stark verletzten Narzissten hingezogen. Das Problem ist: Ein Narzisst möchte nicht geheilt werden…

Hochempathische Frau

Hochempathen lieben es, anderen ein Gefühl von Ganzheit und Heilsein zu geben.

 

Vorab

Vorab ist es mir wichtig, klarzustellen, dass es mir in diesem Artikel nicht darum geht, Opfer oder Täter zu zeichnen. Auch wenn es im Folgenden so klingen mag, dass der empathische Mensch das Opfer und somit der „Gute“ und der Narzisst der Täter und somit der „Böse“ ist.

Meine Absicht ist es, die Dynamik, welche sich häufig zwischen diesen beiden Persönlichkeiten zeigt, darzustellen und Bewusstsein zu schaffen. Selbstverständlich schreibe ich dies aus der Perspektive eines hoch empathischen Menschen für andere Hochempathen, mein Mitgefühl gilt aber ebenso allen Menschen mit narzisstischer Prägung, und ich wünsche ihnen aus tiefstem Herzen Heilung.

 

Merkmale von Narzissten

  • Sie haben keine Empathiefähigkeit
    Narzissmus und Hochempathie

    Narzissten sind häufig sehr charismatisch und charmant, treten selbstsicher auf und machen oft Karriere.

  • Sie haben keine Grenzen und können demnach auch die Grenzen anderer nicht wahrnehmen/respektieren
  • Sie haben ein schlecht entwickeltes Gewissen/Moralempfinden
  • Sie möchten bewundert werden für ihre „Grandiosität“
  • Sie sind häufig sehr charismatisch und stehen gerne in der Öffentlichkeit
  • Sie haben ein schlechtes Gedächtnis
  • Zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ist eine sehr große Diskrepanz
  • Andere Menschen sind für sie Mittel zum Zweck, etwas zu erreichen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen
  • Sie sind Nehmer und können nicht geben
  • Sie fühlen sich sehr schnell gekränkt, abgelehnt und ungeliebt
  • Sie sind nicht kritikfähig aufgrund ihres schwachen Selbstwertgefühls
  • Sie können sich nicht entschuldigen, da sie in ihrer Wahrnehmung nichts falsch machen
  • Sie verdrehen die Wahrheit je nach Zweck oder lügen, ohne dies selbst so zu empfinden
  • Sie können Sozialverhalten imitieren, um ihre Ziele zu erreichen
  • Sie üben in Beziehungen emotionale Kontrolle aus und projizieren kontinuierlich auf den Partner

 

Die Beziehungsdynamik zwischen Hochempathen und Narzissten

  1. So besonders
    Die Beziehung beginnt mit dem Gefühl, nun den „Richtigen“ gefunden zu haben. Die Anziehung zwischen den beiden ist besonders stark und die Verbindung wird als die Liebe des Lebens empfunden.
  2. Immer mehr
    Hoch empathische Menschen lieben es zu lieben. Sie lieben es, dem Partner ein Gefühl von Ganzheit und Einheit zu geben. Doch je mehr Liebe und Fürsorge ein Hochempath gibt, desto mehr bekommt der Narzisst Macht und Kontrolle in der Beziehung.
  3. Bewundere mich
    Der Narzisst sucht in der Beziehung ständige Bestätigung und Bewunderung. Bekommt er dies nicht, wird er sehr schnell beleidigt, ausfallend oder aggressiv.

    Hauptmerkmale von Narzissten sind, dass sie nur sich selbst sehen und kein Mitgefühl für andere Menschen haben.

  4. Taktiken & Mindgames
    Nach einiger Zeit beginnt der Narzisst bestimmte Taktiken anzuwenden, um den Partner in Selbstzweifel zu bringen: „Das habe ich so nie gesagt“, „Du bildest Dir das ein“, „das ist Dein Problem“ – dies sind typische Aussagen, die den hochempathischen Menschen psychisch destabilisieren. Der Narzisst lässt keine Gelegenheit aus, seinen Partner zu kritisieren und herabzusetzen.
  5. Abhängigkeit
    Der Narzisst übernimmt die emotionale Kontrolle – der Hochempath verliert mehr und mehr an Selbstwertgefühl und befindet sich in einer emotionalen Abhängigkeit, bis zu dem Punkt, dass er ganz und gar in der Welt des Narzissten lebt.
  6. Geben und nehmen
    Die Waagschalen zwischen Geben und Nehmen sind deutlich im Ungleichgewicht – der Hochempath gibt, der Narzisst nimmt und da er ein Fass ohne Boden ist, kann er die Liebe, die er bekommt, nicht wirklich aufnehmen, es ist nie genug.
  7. Verdrängung und Projektion
    Ein Narzisst fühlt sich selbst nicht. Er verdrängt seinen unerlösten Schmerz und überträgt ihn auf den Partner. Der hochempathische Partner übernimmt den nicht gefühlten Schmerz des Narzissten, drückt diesen aktiv aus und wird dann vom Narzissten als problematisch, schwierig und psychisch krank dargestellt.
  8. Mea culpa
    Ab einem gewissen Punkt glaubt der Hochempath, dass er wirklich an allem Schuld ist – ob der Narzisst lügt, betrügt oder emotional missbraucht – der Hochempath glaubt irgendwann, dass nur er verantwortlich ist und zweifelt an seiner Realitätswahrnehmung und seiner psychischen Gesundheit.
  9. The End
    In vielen Fällen erreicht der Hochempath irgendwann den Punkt, wo er alles gegeben hat und am Ende seiner Kräfte ist.

 

 

Typische Konflikte

Es kommt zu einem Konflikt. Da der narzisstische Partner sich schnell angegriffen und gekränkt fühlt, entwickelt der hoch empathische Partner folgendes Verhalten: Zunächst prüft er im Inneren, was und vor allem wie er dem Narzissten seinen Standpunkt klar machen kann. Er lässt seine Worte vorher durch den Filter des Partners laufen, um von vornherein möglichen Streitereien vorzubeugen.

Hochempathische Menschen tendieren dazu, sich selbst für den anderen aufzugeben und nur noch in seiner Welt zu leben.

Da der Narzisst sich aber niemals einen Fehler eingestehen würde, da dies einen kompletten Einbruch seines Selbstwertes bedeuten würde, fängt er nun an, an der Kommunikationsart des Partners herumzukritisieren. Er bestimmt, wie kommuniziert werden darf. Wenn dies nicht nach seinem Willen geht, reagiert er mit Blocken oder Aggression. Die „Schuld“ wird ausschließlich dem Partner zugeschrieben.

Der Narzisst verdreht die Wahrheit so lange, bis der Empath sich selbst komplett die Schuld für die Situation gibt, die eigentlich in der Verantwortung des Narzissten lag. Hochempathische Menschen tendieren dazu, immer wieder in dieselbe Falle zu tappen: Da sie so mitfühlend sind, übernehmen sie die Perspektive des Narzissten, können diese dann nachvollziehen und machen sich später selbst Vorwürfe – schließlich muss es ja an ihnen liegen, dass die Situation eskaliert ist. Plötzlich empfinden sie Mitleid mit dem Narzissten und nehmen ihn in Schutz: „Er hat es ja nicht so gemeint, es war keine Absicht, es ist ja auch mein Thema.“
Anders herum zeigt der Narzisst keinerlei Empathie mit seinem Partner. Du kannst in Tränen aufgelöst sein, es lässt ihn völlig kalt.
Da der Narzisst ständig auf die Fehler des anderen pocht, übernimmt der Empath sehr schnell die Verantwortung für eigenes, angebliches Fehlverhalten – dies geht bis zum Selbstmissbrauch.

Fällt Dir etwas auf?

Genau, die beiden bedingen sich kontinuierlich in ihren Mustern. Während man sich in einer heilsamen Beziehung gegenseitig hilft, Muster und Themen zu erlösen, werden in dieser unheilvollen Dynamik die Muster immer weiter verstärkt.

Die Lösung? Hier:

 

Die Lernaufgaben für Hochempathen

Letztendlich ist eine Beziehung zu einem Narzissten für Hochempathen eine wundervolle Gelegenheit, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

⇒ Warum?
Frage Dich ganz ehrlich, warum Du in dieser Beziehung verharrst, obwohl Du nur leidest. Warum hast Du Dir genau diesen Menschen ausgesucht? Ergründe hierbei alle Facetten.

⇒ Zentriere Dich
Narzissten kreisen nur um sich – Hochempathen kreisen nur um andere. Hier darfst Du ansetzen. Du darfst lernen, nur für Dich und Deine Gefühle die Verantwortung zu übernehmen. Nimm den Fokus komplett vom anderen weg und bleibe bei Dir.

⇒ Grenze Dich ab
Du darfst lernen, Dich abzugrenzen. Wenn Du fühlst, dass der andere projiziert, ziehe eine klare Grenze. Erlaube keinen emotionalen Missbrauch mehr. Gehe aus der Abhängigkeit und Überanpassung heraus und entwickle Deine Autonomiefähigkeit.

⇒ Arbeite an Deinen Schuldgefühlen
Du darfst Deine Schuldgefühle erforschen und erlösen. Übe Dich in Selbstvergebung.

⇒ Stärke Dein Selbstwertgefühl
Du bist mit Deiner Empathie- und Liebesfähigkeit ein Segen für die Welt. Befreie Dich von der Selbstwertspiegelung Deines narzisstischen Partners. Egal, wie er Dich bewertet – es ändert nichts daran, wie wertvoll Du bist.

Hast Du diese Lernaufgaben wirklich durchlaufen, steht dem folgenden Punkt nichts mehr im Wege:

 

Die Trennung von einem Narzissten

Ich bin sicher, dass Du bereits alles Dir mögliche versucht hast, um die Beziehung zu retten, was Dich ans Ende Deiner Kräfte und weit über Deine Grenzen gebracht hat.

Die Hoffnung stirbt als letztes. Die Hoffnung, dass er sich doch noch ändert und alles gut wird. Die Hoffnung, doch noch eine glückliche Beziehung führen zu können.

Jedoch…

…die Realität und viele psychologische Studien zeigen: Ein Narzisst ändert sich mit größter Wahrscheinlichkeit nicht. Er lernt nicht aus Fehlern, da er aus seiner Sicht keine macht. Selbst wenn er sich Hilfe von Therapeuten sucht, wird er nur solche aussuchen, die ihn in seinen Mustern unterstützen. Sobald jemand nur im Entferntesten Kritik ausübt oder sein Verhalten hinterfragt, wird er die Therapie abbrechen.

In einer heilsamen Partnerschaft unterstützt man sich gegenseitig, zu heilen und sein höchstes Potenzial zu entfalten.

Eine Trennung von einem Narzissten kann sich über Jahre hinziehen, da der Hochempath immer wieder in die Falle des Mitleids tappt und so fest daran glaubt, den Narzissten „erlösen“ zu können.

Auch wenn es zu den schwersten Dingen gehört:

Tu es.

Aus Liebe zu Dir selbst.

Du verdienst einen Partner, der Dich um Deiner Selbst wegen liebt, der einfühlsam und liebevoll ist. Bei dem Du ganz Du selbst sein kannst.

Du wirst fühlen, wie viel Energie plötzlich frei wird, die vorher in der Beziehung gebunden war.

Ich verspreche es Dir: Wenn Du irgendwann morgens in den Armen eines liebevollen Partners aufwachst, wirst Du tausend Dankesgebete losschicken, dafür, dass Du es geschafft hast, Dich aus der toxischen Beziehung zu lösen.

 

Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen.

 

 

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21 Kommentare

  1. Halim Eberhard von Richthofen sagt:

    Ich fände es durchaus wertvoll, wenn man auch mal hinterfragt, was einen Empathen zu einem Empathen gemacht hat; meine Erfahrung – bin selbst ein männlicher Hochempath in einer Beziehung mit einer sehr rechthaberischen Frau (wahrscheinlich auch Narzist). Seit ich in einer Hypnosetherapie bin, bin ich dank der Führung des Therapeuten über meine Körpersymptome (Migräne etc.) zu den Ursprüngen meiner Ängste vorgedrungen, die zu dem oben so gut beschriebenen Vorausdenken, wie der andere wohl reagieren wird, geführt haben. Und seit die Wiederherstellung der Verbindung zu den Ursprungskonflikten und die Lösung der darin gestauten Energien immer besser funktioniert, verändert sich mein Leben dermaßen, dass das vorherige „Unglück“ sich in gleichem Maße in „Glück“, nämlich bewußteres Leben verwandelt. Das bekommt auch meine Partnerin zu spüren, aber im Endeffekt positiv: bin nicht mehr so passiv (Schuld bei mir selbst), sondern „explodiere“ sofort, um Spannungen ad hoc herauszulassen und nicht mehr so wie früher auf meinen Spannungen sitzen zu bleiben – heureka!!!!

    • Randi Hausmann sagt:

      Ich freue mich, dass sich bei Dir so viel löst.
      Zwei Menschen machen ähnliche Erfahrungen, der eine wird hochempathisch, der andere nicht. Aus meiner Sicht ist Hochempathie kein psychologisch erklärbares Phänomen, sondern eine besondere Veranlagung, mit der wir schon geboren werden. Bei hochempathischen Menschen produziert die Zirbeldrüse mehr DMT, dies führt zu allen Hellsinnen und Wahrnehmnungen. Je mehr wir uns dieser Gabe bewusst sind und unsere Geschenke mit der Welt teilen, desto glücklicher sind wir.

  2. Anne sagt:

    Liebe Randi,
    hatte gerade ein AHA- Erlebnis: Du beschreibst mit Deinem Artikel ziemlich genau, was ich seit geraumer Zeit fühle und zum Teil noch nicht in Worte fassen konnte.
    In meinem Fall handelt es sich zwar nicht um eine Liebes- sondern um eine Arbeitsbeziehung, aber ich denke das ist nebensächlich.
    Bin gerade dabei mich zu entscheiden, ob ich meinen Job mit meinem narzistischen Arbeitgeber behalte oder ob ich mich trenne.
    Dein Text hat mich genau zur richtigen Zeit erreicht. Fühle mich bestätigt und verstanden. Danke!
    Liebe Grüsse,
    Anne

  3. Mary Ann sagt:

    Liebe Randi,

    vielen herzlichen Dank für diesen Artikel!

    MA

  4. Nadine sagt:

    Mein narzisstischer Mann hat mich nach 24 Jahren nun verlassen – ich hatte mich zurückgezogen und habe keine Energie mehr gehabt.ihm such nichtmsls mehr Angriffsfläche bieten lönnen. Da ist er gegangen. Meine sehr extreme Amämie wurde außerdem ärztlicherseits mit dieser Beziehung in Verbindung gebracht. Bei zwei gemeinsamen Kindern fällt mir das „mich Lösen von der Verbindung“ besonders schwer. Manchmal vergesse ich für einen Moment, dass wir nicht mehr zusammen sind, denn allein war ich in den vielen Jahren ebenso häufig. Meine Seele kommt nicht hinterher, das zu verarbeiten. Ich hätte gern therapeutische unterstützung, jedoch kann dabei auch soviel kaputtgemacht werden,wenn der Therapeut die Thematik nicht 100% ig erkennt. Oft findet das Leid ja sehr subtil statt. Selbst im Freundeskreis wird man als Partner eines Narzissten oft nicht in seinem Kummer verstanden, denn die wenigsten sind Hochempathen. Zudem habe ich über die ganzen Jahre Beständigkeit in seinen Freundeskreis gebracht, der eben nach der Trennung SEINER bleibt. Nun stehe ich da, von nur wenigen verstanden, und frage mich, ob es vielleicht eine Liste von Therapeuten gibt, die sich besonders mit dieser Thematik auskennen? Danke für ihre Texte.

  5. Susi sagt:

    Hallo Randi!
    Ich habe JETZT begriffen das ich einen narzisstischen Mann an meiner Seite habe, ich konnte es nur nicht benennen….
    Jeder Fehler, jede noch so unbedeutete Sache und jedes Wort wird mir im Munde umgedreht, so dass ich selber glaube, dass es so wie er sagt, stimmt.
    Ich mache das jetzt schon sehr lange mit und es ist immer schlimmer geworden. Ich hoffe ich werde das irgendwie überstehen (oder auch nicht).
    danke für Deinen Beitrag er hat mir die Augen geöffnet!

    • Randi Hausmann sagt:

      Liebe Susi,
      ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir treu bleibst und aus Deiner Würde heraus handelst. Herzensgrüße, Randi

  6. Anessia sagt:

    Hallo Randi,

    ein so lesenswerter Artikel, der mir die Augen geöffnet hat. Danke dafür. Besonders der Part, dass beide Partner sich bedingen und wie es erklärt wird.

    Ich befinde mich seit 7 Jahren in einer Beziehung, aus der ich mich nicht lösen kann. Sogar wiederholten Betrug habe ich „verziehen“, weil ich in der Lage war ihn irgendwo zu verstehen und mich immer wieder einzufühlen. Narzistische Menschen sind – genau wie alle Menschen – natürlich auch liebenswert. Aber ich merke, wie nervenaufreibend es ist. Das Problem ist die Trennung, ich habe das Gefühl mich darauf vorbereiten zu müssen und kann nicht einschätzen, ob dieses „in die Länge ziehen“ nur aus Angst vor dem Alleinsein passiert und weil mein Partner mir unheimlich leid tut in seiner Lage. Hast du eine Idee wie „lange“ so ein Prozess dauert? Ist es normal, dass ich mich versuche auf eine Trennung vorzubereiten oder hilft ein klarer Schnitt nicht viel eher?

    LG
    Anessia

    • Randi Hausmann sagt:

      Liebe Anessia,
      ich verstehe sehr gut, wie es Dir in dieser Situation geht.
      Nach meiner Erfahrung kann man den Schritt der Trennung nicht vorwegnehmen. Er kommt dann, wenn es wirklich an der Zeit ist. Dann wird es aus einer inneren Ruhe und Gewissheit entstehen.
      Ich empfehle Dir, ganz bewusst zu beobachten, wie Du in die Mitleids-Falle einsteigst. Je mehr Du das von außen beobachtest, desto besser kannst Du aussteigen und einen anderen Weg wählen. Du darfst anderen die Verantwortung für Ihr Leben überlassen!
      Herzliche Grüße an Dich, Randi

    • Katharina sagt:

      Hallo Anessia,

      ich habe deinen Beitrag gelesen und mich wieder gefunden. Lebte bis vor kurzem 10 Jahre mit einem Mann der eine narzisstische Störung hat und mich ebenfalls oft betrogen hat.
      Bin auf der Suche nach jemanden, mit dem ich mich austauschen kann, weil ich mich eigentlich immer noch frage ob das ein Albtraum ist.
      Ich habe zwar die Trennung vollzogen, habe jedoch trotzdem die Hoffnung, dass er sich helfen lässt und gesund wird. Natürlich will er alles tun um ein besserer Mensch zu werden aber je mehr ich darüber lese, desto mehr muss ich wohl einsehen, dass dies wohl fast unmöglich ist.

      Viele Grüße
      Katharina

  7. Dimitrova sagt:

    Hi liebe Randi.

    Ja, das kenne ich. Jetzt, mit 30 Jahren kommt endlich die Erlösung. Es hat klick gemacht und ich merke, ich kann das nicht mehr. Und ich will das nicht mehr= narzistische Menschen anziehen. Helfen, ja sogar „die bessere Hälfte zu sein“ zu scheinen. NEIN!
    Es ist sehr hart und gleichzeitig lese ich Deinen Blog und es ist genau richtig, dass es jetzt passiert. Vielen vielen Dank für deinenMut!

    Ich werde es auch tun! Anderen Betroffenen helfen, sobald ich mich selbst gefunden und lieb hab. Ja ich glaube auch andie Heilung. Und ich werde wie du, einen Beitrag dazu machen, weil es ist falsch, sich selbst zu SCHADEN. Sich selbst zu hassen. Andere Leben zu führen und sich selbst nicht zu Schätzen… Sich immer die Schuld geben, obwohl man nicht schuld ist. Warum habe ich das nicht schon vorher erkannt?

    Egal, jetzt ist es soweit! Sich zu verzeihen.

    Danke danke danke 💛🙏🌴🐚🌱🍍🐳🌞

    Danke das es Dich gibt!! Danke Anelia

    • Randi Hausmann sagt:

      Liebe Anelia,
      ich freue mich sehr, dass Du Dich für Deinen Wert und Deine Selbstbestimmung entschieden hast.
      Mögest Du viele Menschen durch Deine Erfahrungen und der daraus emporsteigenden Kraft und Klarheit berühren und begleiten!
      Von Herzen, Randi

  8. Dimitrova sagt:

    Danke liebe Randi

  9. Sarah sagt:

    Lieber Randi,
    ich sitze nun hier mit offenem Mund und kann es kaum fassen: nach 3 Jahren hochanstrengender Beziehung, in der ich gekämpft habe bis zum bitteren Ende, hat sich nun mein Partner und Vater meines Sohnes von mir getrennt. Kaum hat er den Schritt getan, habe ich mich befreit gefühlt und bin nun erst – nach so vielen Ansätzen der Analyse, Reflexion, des „Wie kann ich es fassen/begreifen?“- auf den Begriff ‚Narzisst‘ gestoßen. Dein Artikel lässt mich fassungslos hier sitzen, weil jeder einzelne Satz stimmt. Ich habe das Gefühl, dass mir genau diese entscheidende Information gefehlt hat, um mich komplett loszulösen, um nicht mehr zu hoffen, um heilen zu dürfen. Danke dir aus tiefstem, hochempathischem Herzen!

  10. Ramona sagt:

    Von Herzen Dank und Zustimmung !!!
    Ich habe deine Seite gerade erst entdeckt und lese, was ich bekommen kann……als Hilfesuchende.

    Da dachte ich, schon weit auf dem Erkenntnisweg vorangekommen zu sein seit sehr schweren 2 Jahren des Endlich-Trennen-Wollens… nach über 20 Jahren vergeblicher Versuche zu retten – genau wie du es beschreibst. Heute habe ich deine Zusammenfassungen zum Heilen mir gestattet herauszukopieren. Klasse Randi !!
    Immer wieder „überlebenswichtig“ zu lesen, dass man nicht allein diese Dinge erlebt hat.
    Zweimal habe ich zu einer Paartherapie angesetzt, mein Umfeld inzwischen völlig verloren (Freunde und Geschwister sind unterwandert und geben mir die Schuld….wenn ich es zulasse)
    Ich bin für mich da, ich habe es verdient ! Bin 56 Jahre jung und kann nicht länger warten, mein Leben für mich zu gestalten – solange es geht.
    Meine 2 Söhne habe ich allein begleitet mit allem, was ich zu geben hatte und hoffe, meine Liebe hat für ihr Großwerden viel bewirkt.

    Empathen sind sicher auch häufig die Opfer von Mobbing. Stimmt`s ? Leider eine weitere Baustelle in meinem Leben und vergebliche Suche nach Hilfe bis ganz nach „oben“.
    Schade nur, dass du, liebe Randi nicht noch als „Singelbörse“ herhalten kannst….ich würde so gern einen Freund oder Freundin finden….
    Liebe Grüße an dich und alle, die sich hier eingefunden haben zum Selbstheilen ! Ramona

  11. Simone sagt:

    Hallo lieber randy, ich war 19 Jahre mit einem mann zusammen, der eine diagnostizierte narz. PS hat u. Hatte davon nicht die geringste Ahnung. Nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema konnte ich endlich loslassen, doch es dauerte 3 Jahre. Eine Frage habe : ich hatte immer das Gefühl, daß ER auch einfühlsam sein kann. Und auf der macher/versorgerebene kreiste er nicht um sich, sondern tat viel für Familie. Auf emotionaler Ebene sind jedoch alle Familien mitgl. Verhungert. Wenn es um seine Interessen ging, war er gnadenlos egoistisch. Und auch ich kenne Phasen wo ich mich nur um mich drehte, erkenne mich aber eher als empath…. Wie ist das?? Verwischen da die Grenzen auch?? Herzliche Grüße simone

  12. Milli sagt:

    Liebe Randi,
    Ich habe das letzte Jahr über eine sehr enge Freundschaftsbeziehung mit einem Mann geführt, der zwar nicht mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert ist, aber viele dieser Züge trägt. Nachdem ich mich nun daraus befreit habe, hat eine Freundin mich darauf gebracht, dass seine und meine Freundschaft nach der Kombination aus Narzisst und Empath klingt. Was mir aufgefallen ist: Ohne deinen Artikel vorher gelesen zu haben, habe ich im letzten Jahr bei all den von dir aufgezeigten Lernaufgaben wahnsinnige Fortschritte gemacht und gehe nun verrückterweise auf dieser toxischen Beziehung eher gestärkt, als gebrochen hervor. Ich bin ganz schön stolz auf mich und danke dir für diesen Artikel, der mich auch im nachhinein noch mal stärkt.
    Viele Grüße, Milli

  13. Janaa sagt:

    Hey ..
    Mir geht es ähnlich seit 5-6 Jahren bin ich mit einem Mann zusammen der anfangs über nett war als wir noch nicht zueinander gefunden haben, ich habe die schönsten Komplimente bekommen …
    Ich dachte mir wow du muss dich doch in ihn verlieben und er hat mir die Sterne vom Himmel geholt hab total geschwärmt doch die Gefühle reichten nicht aus wir wurden Freunde er hat mir oft zugehört und wenn es mir schlecht ging hat er mich getröstet und aufgebaut …( er hat such bei mir so gut wie gelebt)
    Plötzlich war er weg … in Therapie wegen mariuhana da hab ich gemerkt wie einsam ich mit ohne diesen Menschen fühle das ich Gefühle für ihn entwickelt habe .. ohne ihn wollte ich gar nicht .. ich hab ihn abgöttisch vermisst ..
    Wir sind tortzAllem zusammen gekommen er hat sich riesig gefreut die Gefühle haben sich bei mir weiter entwickelt irgendwann habe ich rausbekommen das er mich mit seiner ex mit der er ein Kind hat betrogen hat .. er Schwört sie sei krank das stimmt nicht sie will alles nur zerstören ..sie sind länger auseinander und ich hab ihn geklaubt weil sie für mich ebenso neben der Spur und daneben wirkte .. und ich mir das nicht vorstellen könnte weil er mir dachte ich immer seine Liebe gezeigt hat ich hab es doch gespürt er liebt mich ..
    Irgendwann hätte ich beweise und hab ihn nicht mehr geglaubt .. er fing auf einmal an mich zu beleidigen unter jede würde gingen diese abstrakten Beleidigungen ..
    ich bin durch die Hölle gegangen …
    Habe so gelitten und bin tiefsten inneren geweint.. und es beleidigte währenddessen weiter …
    Ich hab mich nach Wochen Monaten trennen können und es nicht verarbeitet plötzlich erfuhr ich das ich schwanger bin im 4 Monat . . Und er hat mir das schönste vom Himmel versprochen …
    wie das so ist .. ich trottel war geblendet und glaubte es wieder und wir wuchsen zusammen er war wieder so nett am Anfang und schaute und las über Babys Wie Sie sich entwickeln um so zu tun als ob er Interesse hätte…
    Na ja nun Inter hat ja so viele Sorgen und muss wieder in der Therapie und wartet bis dies genehmigt ist ..
    er geht hoch für Kleinigkeiten dabei bin ich Ende der schwangerschft also im neunten Monat war schon 2 mal im Krankenhaus wegen Wehen ..
    er wird sauer für belanglose Gründe er sagt mir ständig das ich nerve weil ich immer nörgel aber in meinen Augen bin ich nur am schlucken am schlucken … und sag nichts allein weil ich schwanger bin und kein Stress möchte für den kleinen oft bin ich auch zu Mama abgehauen ..
    ich liege im Krankenhaus er kommt immer für 20 Minuten während sein Kollege im Auto am warten ist weil er ja kein Führerschein hat bla bla bla
    In meinen Augen nur um sein Gewissen zu stillen er hat ja do viele Sorgen und Probleme und kommt nicht mehr klar berichtet er immer in solchen Situationen hat er auch Ja aber das sind keine Ausreden !
    Ich nörgel nicht mal Ich Stress nicht bin Boden ständig 26 und bekomm ein Kind .
    Streitigkeiten gingen soweit ich wollte nicht mit ihm reden weil ein Gespräch in dieser Situation kein Sinn für mich machte und ich kein Stress für mein kleinen im Bauch haben möchte dann hab ich ihn gesagt das Gespräch hat so kein Sinn da er zu mir sagt was bist du für ein Opfer .. und das sind kleine Beleidigungen .. ich verlasse den Raum und provoziere so mit anscheinend noch mehr
    Ich rede nicht mit ihn dann bewirft er mich mit Papier rotzt mich an und beleidigt mich und meine Familie .. mir ist bewusst das es kein Leben und Glück ist .. er sagt immer das es ihm ja so leid tut er krank ist und es Mittels einer Therapie ändern möchte …
    Die Hoffnung hab ich langsam aufgegeben
    Ich bin abhängig hab Gefühle und Trau mich auch nicht ihn loszulassen was ich definitiv machen werde allein wegen dem klein und weil er in meinen Augen nicht auf wachen wird
    Er hält mir alles vor im Streit jeden penny so absegig er denkt er ist der Macher dabei mich ich die von uns die mit beiden Beinen im Leben steht und in meinen Augen reif ist ..
    Am liebsten würde ich direkt gehen nur er lebt bei mir da sind Gefühle und die Gewohnheit
    Das schlimmste ist bin im 9 Monat und möchte das mein Kind nicht antun denn ich bin mir sicher das wenn ich es beende, es ein prozess wird und er voll sein Ego Tripp Ausfahren wird
    Möchte das es den kleinen gut geht …
    und dann Klartext reden ..

  14. Emma sagt:

    Herzlichen Dank für diese tolle Zusammenfassung – ich finde mich hier total wieder. Es tut so gut das hier zu lesen – es gibt mir das Gefühl endlich verstanden zu werden. Ich habe heute eine Frau getroffen, die mir das im Ansatz erklärt hat und der Eintrag hier gibt mir noch einen genaueren Einblick…
    Ich habe mit einem Narzisten ein Kind bekommen und der Leidensdruck war aufgrund mehrere gravierender Grenzüberschreitungen (u.a. unentschuldbares Verhalten bei einem Todesfall) so groß, dass ich die Trennung geschafft habe. Nun muss ich aber dennoch mit ihm ein Leben lang klar kommen – zum Wohle meiner Tochter. Eine wahnsinnige Herausforderung – weil er seit der Trennung Krieg gegen mich führt, es ständig Stress gibt und ich manchmal nicht weiter weiß. Gerade auch wegen all der Lügen usw. die er von sich gibt. Und ich manchmal schon beginne an mir selbst zu zweifeln. Ich hoffe ich kann meine Maus vor größerem Übel bewahren.
    Gerade habe ich mich erneut von einem Narzisten gelöst – dieses Mal, hab ich es Gott sei Dank die Kurve gekratzt und aus meinen Fehlern gelernt. Der wollte auch ein Kind mit mir – nicht auszudenken in welches Unglück ich meine Tochter und mich da gestürzt hätte.
    Dieser Eintrag hat mir die Augen geöffnet – all die Schuld, Zweifel, das Einfühlungsvermögen, mein Verständnis, mein Mitleid, meine Aufopferung, meine Bereitschaft Bedürfnisse anderer vor meine zu stellen, usw. … es ergibt nun alles Sinn.

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